Folge 15: Interview mit Karl Kratz


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Heute gibt es das Interview mit Karl Kratz.

Karl Kratz beim OMReport

Karl Kratz beim OMReport

Das Interview findet ihr auch bei iTunesYoutube und als Transkription im Post.

 

Alpar: So, heute im OM-Report bei mir der Karl Kratz.

Kratz: Servus André. Hi! (lachend)

Alpar: Karl, wie viele Leute von denen, die dich zum ersten Mal sehen, sagen eigentlich „WOW, du bist ja viel größer als ich dachte.“?

Kratz: (…) Also ich glaube die Absprungrate liegt so bei drei Prozent.

Alpar: (lacht)

Kratz: Also 97 Prozent konvertieren.

Alpar: (lachend) Und wie kommt das denn? Hast du da irgendwie eine Erklärung für? Also bei mir ging es auf jeden Fall das erste Mal so, dachte ich mir „WOW, der ist ja viel größer als ich dachte“. Ich meine, dein Bild, das sieht ja jetzt nicht so (…) aus als wärest du klein. Also warum denkt man das bei dir zuerst? Oder ist das irgendwie (…) geht das nur mir so?

Kratz: Keine Ahnung ob, das Bild ist auch relativ klein auf dem ich bin also.

Alpar: Und dann denkst du

Kratz: (lacht)

Alpar: (meinen?) die Leute auch der ist ganz klein (sozusagen?).

Kratz: (lacht)

Alpar: Wie groß bist du, wie hoch?

Kratz: (…) 1,98. Wenn ohne, also wenn ich meine hohen Schuhe anziehe, dann (…) ja

Alpar: Knapp über zwei Meter. (lachend)

Kratz: (lacht)

Alpar: Sehr schön.

Kratz: Genau.

Alpar: Das ist auch so ein Kernthema eigentlich, nicht? Größe.

Kratz: Größe? Warum?

Alpar: Nein, ich mache Spaß. Nein, du hattest mir eine Themenvorgabe gegeben. Das ist mir noch nicht passiert. Und zwar hast du gesagt, ich soll dich was fragen dazu, warte (…) ich gucke mal in meine Mails: „Wie Onlinemarketing den Vertrieb unterstützen kann“. (…) Ich dachte du machst Conversion Optimierung.

Kratz: (…) Nein, ich mache Onlinemarketing.

Alpar: Ok. Und wie kommt es, dass man dich stark assoziiert mit dem Thema Conversion Optimierung? Es ist ja nicht so, dass es das vorher nicht gab. Oder was machst du anders, als die anderen Leute, die sich damit auseinandersetzen? Kann man das vielleicht in Worte fassen?

Kratz: (…) In der Conversion Optimierung, (…) ja ich hatte dazu ja einen Vortrag auf der OMCap, (…) wo es darum ging, ja Konversionsoptimierung im klassischen Sinn und bitte nicht nur innerhalb vom Konversionspfad optimieren, sondern (…) baut neue Konversionspfade und lasst die gegeneinander antreten. Das ist jetzt aber eigentlich nur ein Thema, das jetzt temporär bei mir auf der Agenda steht. Ich betrachte schon im Großen und Ganzen die gesamte Onlinemarketing Palette.

Alpar: Aber das meint, also das heißt, Conversion Optimierung wäre so etwas wie, (…) nur ein A B-Test und du wolltest es eher lieber breiter gefasst wissen, wie nach dem Motto „Ich versuche mal, meine Produkte anders zu packagen, oder andere Preise oder so was“, das man das halt quasi nicht nur auf (…) Conversion Pfade irgendwie innerhalb des Onlinemarketings was sowieso schon besteht, verstehen, sondern (…) breiter quasi auf Produktebene, oder wie muss ich mir das vorstellen?

Alpar: Eigentlich auf Emotionsebene, dort wo die Schlacht wird. Also normalerweise gucken wir uns um und sagen „Ok, wem kann ich mein Produkt verkaufen?“. Und ich stelle halt die Frage andersherum und sage (…) welchen Wert erzeugt praktisch mein Produkt? Welchen Wert hat das Produkt für die Person, für die es das wichtigste Werkzeug in seinem Arbeitsprozess darstellt? Und schwuppdiwupp sind wir auf einer komplett anderen Ebene.

Alpar: Ist das etwas anderes, als quasi verschiedene Ansprachen zu machen auf unterschiedlichen Landung Pages, für unterschiedliche Kampagnen?

Kratz: Hm? (fragend)

Alpar: Ist das etwas anderes, oder ist das im Prinzip das Ergebnis von so einem Gedanken?

Kratz: Das ist genau das Ergebnis. Es machen nur zu wenige.

Alpar: Das heißt deine Sorge wäre, die testen blauer Button, grüner Button, roter Button und Mädel, Junge, Paar (…)

Kratz: Mhm. (bejahend)

Alpar: als Hintergrundbild, aber die tasten … die versuchen nicht mal quasi sich so ein bisschen helikoptermäßig eine Perspektive höher zu begeben und zu sagen „Ok, wen kann ich denn eigentlich wie ansprechen und wie trenne ich das?“ Oder ist das so ungefähr das, was der Sinn des ganzen ist?

Kratz: Ja, genau.

Alpar: die Essenz des Ganzen ist?

Kratz: Genau richtig. (…) Der Punkt ist, blauer Button, roter Button, das ist ganz, ganz, ganz WICHTIG. Das ist das Handwerkszeug innerhalb vom Konversionsprozess. Also das auf jeden Fall machen. A/B-Tests, multivariate Tests (…) ganz wichtige Hausaufgabe innerhalb vom Konversionspfaden machen. Aber dann auch wirklich hergehen und sagen „Wie kann ich meinen Konversionsprozess gegenüber Mitbewerbern schützen“ dadurch, dass sie kopiert, imitiert werden. Und, wie kann ich meine Bedarfsgruppe eigentlich viel, viel gezielter ansprechen.

Alpar: Ok. Und das geht indem man sich in die hereinversetzt und seine Fantasie bei Rotwein fließen lässt? Oder sollte man dann quasi Gespräche führen mit den Leuten, oder was ist sozusagen der von dir empfohlene liebste Weg in der Richtung um erstmal die Zielgruppe zu verstehen?

Kratz: Ja, das womit sich (…) auch in der Praxis sehr, sehr wenige auseinander setzen. Zu jemandem hingehen. Tatsächlich zu einem (…) Produktmanager oder so hinzugehen und zu sagen „Hey, ich möchte einfach mal verstehen wie du arbeitest. Lass mich einfach mal einen Tag dabei sein. Ich möchte kapieren wie du arbeitest, weil ich verstehen möchte, ob (…) dann nachher natürlich, das Produkt in deinen Wertschöpfungsprozess, in deinen Arbeitsprozess reinpasst.“ Und darüber rauszufinden, was ist eigentlich (…) letzten Endes der emotionale Trigger mit dem ich denjenigen dann auch wirklich packen kann.

Alpar: Ok. Das heißt, also was natürlich Onlinemarketing oft anhaftet ist natürlich eine gewisse quantitative Orientierung im Unterschied zu dem was wir aus dem klassischen Marketing kennen, wo die Leute darüber nachdenken „Welches Image hat meine Marke? Wie entwickelt sich das über die Zeit? Bei welchen Kundengruppen?“ Und so weiter.

Kratz: Mhm (bejahend) .

Alpar: Das heißt im Prinzip ist so die Herzensnachricht des Karl Kratz eigentlich so, wieder so eine Spur mehr Nicht-Quantität im Onlinemarketing? Kann man, darf ich das so sagen? Oder ist das nicht so gut zusammengefasst?

Kratz: Hmm (überlegend) (…)

Alpar: Also weil du

Kratz: Nee.

Alpar: das Emotionale betonst.

Kratz: Ja.

Alpar: Deswegen denke ich mir, oh, das ist doch eigentlich typisch Nicht-Onlinemarketing,

Kratz: Ja.

Alpar: wo wir doch so zahlenfixiert sind. Vielleicht auch zu zahlenfixiert, das kann ja sein.

Kratz: Ja, also (…) Skalierbarkeit ist immer ein Riesenthema. Zum Beispiel, das ist ja einer der Haupttreiber, jetzt schmunzeln wir beide (lachend), genau. Nein, ist ein Haupttreiber. Quantität IST ganz arg wichtig. Es ist einfach eine handwerkliche Aufgabe, die unbedingt gemacht werden muss. Aber, was machen wir, wenn das alle machen? Und wenn das alle gut machen? Dann gewinnt wieder derjenige, der es eher in Herz, in Hirn und Brieftasche von den Kunden schafft.

Alpar: Ok. Gibt es denn dafür auch Tools? Also sagen wir, können ja auch nur (…) Gedankenkonstrukte sein, oder Checklisten, was man die Leute eigentlich mal fragen kann. Oder Tools mit denen man (…) das Verhalten von Leuten aufzeichnen kann um es dann später auszuwerten, um eben genau diese Fragestellung zu stellen. Oder gibt es da gar keine Tools, an denen man sich so ein bisschen festhalten kann?

Kratz: Hmm (überlegend)

Alpar: Also Tools können ja, weißt du, so ein Prozess sein.

Kratz: Ja.

Alpar: Wie ich das möglicherweise mache oder so etwas.

Kratz: Ja. (…) Klar, Dekonstruktion ist eine Methode um Vorzugehen (…), indem ich es einfach komplett zerlege und mit 3 Milliarden Post-its dann diesen Prozess nachbilde. Das beste Tool ist das Gehirn dafür. Wir sollten uns in der Lage sein, unterschiedlichste Perspektiven in so einem Konversionsprozess einzunehmen (…). Zum Beispiel, ich gucke mir den gesamten Konversionsprozess einfach mal aus der Sicht des Produktes an. Also ich bin das Produkt und der Typ der mich verkaufen möchte, hat der eigentlich noch alle Tassen im Schrank und wo passe ich eigentlich in meinem neuen Herrchen in die Arbeitswelt rein. Oder in die private Welt rein. Ich weiß nicht, wie viele Leute da draußen (…) tatsächlich mal so eine Perspektive einnehmen. Es ist auf jeden Fall lohnenswert.

Alpar: Ok. Ist das denn jetzt eher etwas für digitale Produkte wie so E-Books oder Datingplattformen, oder ist das schon eher ganz klar auch, oder eher nur der Fall bei irgendwelchen physischen Produkten, wie wenn jemand irgendwie Schuhe oder Babyklamotten verkauft?

Kratz: Eigentlich sehr, sehr breit gefächert. Also es geht für physische Produkte, für digitale Produkte, für Dienstleistungen. Es geht für alles. Ich meine, ich habe bei allem, bei jedem Produkt und sei es das schlechteste Produkt der Welt, habe ich den Moment, wo irgendjemand eine Emotion regt, eine Motivation entwickelt, ein Bedürfnis hat, Kaufkraft und Kaufwillen, also einen echten Bedarf, um dieses Produkt zu bekommen. Und, bei irgendeinem von diesen Elementen können wir einhaken und loslegen.

Alpar: Und dann sagt man „Hey, so beantworte ich dein Wehwehchen.“?

Kratz: Ja zum Beispiel.

Alpar: Ok.

Kratz: Also nicht „So beantworte ich dein Wehwehchen“, sondern auch (…) Du hast irgendeine Angst zum Beispiel, irgendetwas nicht zu schaffen, dann können wir Sicherheit liefern, du verspürst eine Gier, dann liefern wir dir das taktische Wissen, und so weiter und so fort.

Alpar: Taktisches Wissen? Davon habe ich noch lange nicht die Taschen gefüllt. (lachend)

Kratz: (lacht)

Alpar: Bei der Angst ist das Angst nehmen natürlich schon viel näher am Ergebnis.

Kratz: Ja.

Alpar: Bei manchen Sachen kann man halt nicht direkt das Ergebnis liefern, sondern nur sagen „Hey, das ist der Weg dahin.“

Kratz: Ja. Es ist halt wirklich die Frage, was treibt die Menschen an, Dinge zu tun und sich dann zum Beispiel mit Lösungen zu beschäftigen hinter denen das eigene Angebot steht.

Alpar: Ok. Und sagst du, dass Conversion Optimierung sich unterscheidet, wenn man so Single oder wenige Produkte hat? Also (…) es gibt ja auch einmal so gerade typischerweise, ich denke mir Conversion Optimierung und muss immer schmunzeln und an diese amerikanischen Sachen denken, diese ellenlangen Single Product Landing Pages haben, wo man blättern und blättern kann und dann sind Zitate da und Videos und „Der meint das und das dazu.“ Gibt es einen Unterschied, ob man dafür Conversion Optimierung betreibt und vielleicht im ganz normalen irgendwie Online Shop? Was sind da so die wesentlichen Unterschiede die dir spontan einfallen? Oder sagst du, „Nein, nein, ist schon gleich“?

Kratz: (…) Jein. Im echten Praxis, also in der echten Praxis wird es wahrscheinlich nie dazu kommen, weil wir zu sehr zahlen- und ergebnisgetrieben sind, zu sehr in dieser mentalen Falle drin hängen.

Alpar: (lacht)

Kratz: Ach so.

Alpar: (lacht)

Kratz: Also es kommt (…) das ein Webshop-Betreiber 15.000 Produkte komplett dekonstruiert und jedes einzelne aus der Sicht, aus der Produktsicht, aus der Wertschöpfungssicht und so weiter dann positioniert, weil er sagt „Ich bin doch nicht bescheuert, also was ist das denn für ein Riesenaufwand?“

Alpar: Zumal du ja auch, also ich verstehe das schon, das man bestimmte Blockbuster teilweise sehr gut auf Einzelpages verkaufen kann,

Kratz: Ja.

Alpar: aber natürlich hast du, natürlich ungeheure (…) so diese Überschwapp-Effekte, wenn du den Kunden über ein Produkt in den Shop reinkriegst, aber er kauft noch zehn andere,

Kratz: Ja.

Alpar: das darf man natürlich auch nicht unterschätzen. Das meinst du wahrscheinlich.

Kratz: Ja, klar.

Alpar: Dann, deswegen ist es halt gegebenenfalls auch nicht effizient.

Kratz: Ja, aber/

Alpar: Aber hast du das Gefühl, dass sich Webshops überlegen sollten, ob sie für einzelne Produkte noch mal Unterseiten bauen? Dass du siehst/

Kratz: Auf jeden Fall, ja klar.

Alpar: Also für die Blockbuster dann quasi? Das man, das heißt, ich habe was weiß ich, den (…) Andrés Markenklamotten.de-Shop, das ist mein allgemeiner Webshop und dann gibt es hier Andrés Ultra-T-shirt, dafür würde ich dann noch einmal eine geeignete Landing Page machen, weil das der Blockbuster in meinem Shop ist? Muss man sich das so vorstellen?

Kratz: Das muss noch nicht einmal der Blockbuster sein. Also wirklich das margenkräftigste Produkt. Ich meine, es gibt zum Beispiel ein Fotobuchversender, der dann gesagt hat, „Ok, wir machen ein Fotobuch für einen Euro“. Weil das deckt genau unsere Kosten. Und die sammeln dann an einem Tag 20.000 neue Kundenadressen ein, die sie immer und immer wieder in ihren Konversionsprozessen reinschubsen können.

Alpar: Ok.

Kratz: Also es müssen nicht die Blockbuster sein. Es können Produkte sein, wo beim, wo Menschen einfach sagen „Hey das ist cool, das will ich haben.“ Und kommen dann tatsächlich in dieses Honigtöpfchen und bleiben dann auch da.

Alpar: Ok. Du tauchst seit zwei Jahren, Entschuldigung wenn ich springe, aber ich mache das immer. Du tauchst seit so zwei Jahren irgendwie überall auf irgendwelchen Konferenzen, auf dem Radar, per Blog und so auf, also in Social Media und nicht social, also in offline genauso wie online. Wie kommt es, dass man sich, hast du dich dann irgendwann dazu entschieden „So, ich mache mich jetzt öffentlich und werde eine Webberühmtheit.“, oder wie muss man sich das vorstellen, den Weg?

Kratz: Hmm (überlegend)

Alpar: Oder warst du schon eh immer aktiv nur ich habe es halt nicht gerallt, oder so?

Kratz: Nein, also (…) aktiv ja schon relativ lange, 96 eingestiegen in die Thematik, 98 dann wirklich (…) professionell, wenn man professionell mit gegen Geld gleichsetzen möchte. Aber bis 2009 hatte ich zum Beispiel die Firma Service Kiosk und (…)

Alpar: Danach bist du dann/

Kratz: Da operiert man anders, als wenn man dann sagt „Ok, ich kümmere mich jetzt nur noch um das Thema Onlinemarketing“.

Alpar: Also vielleicht so (..) eher B2B ausgerichtet gewesen, deswegen ist natürlich so eine breite Aufmerksamkeit vielleicht gar nicht so zielführend, wie wenn man halt/

Kratz: Ne, ne.

Alpar: direkt die Leute anspricht. So kann man sich das vielleicht vorstellen.

Kratz: Da tritt man ja als Person nie nach außen in Erscheinung.

Alpar: Ok. Und, wie hast du dann angefangen? Wie hast du angefangen als Person nach außen in Erscheinung zu treten? Was hast du da gemacht?

Kratz: Eigentlich nur karlkratz.de registriert, ein paar Artikel geschrieben, mein Buch fertig geschrieben „Haifischbecken Internetmarketing“. (…)

Alpar: Reißerischer Artikel. Titel.

Kratz: Joa. Meine Güte (lacht).

Alpar: Glaubst du wirklich, dass es ein Haifischbecken ist? Ich glaube, es ist ein Kuschelkurs.

Kratz: Kuschelkurs, na Haifischbecken dort wo es in die kompetitiven Märkte reingeht (…) zumindest auf, ja, für die, die nicht die Platzhirsche sind. Da ist es ein echtes Haifischbecken. Man merkt es ja, wenn man heute versucht einem großen Unternehmen an die Karre zu fahren, die haben eine sehr, sehr hohe Reaktionsfähigkeit auf Marktveränderungen. Das heißt, ich springe mal mit einer Landing Page rein, buche ein paar Adwords und merke innerhalb von einem halben Tag, dass da jemand mir meine komplette Seite und meine komplette Werbeaktion zerlegt indem er mich einfach totbucht oder überbucht. Also es ist es schon ein Haifischbecken, vor allem getrieben von denen, die den Dreh heraushaben.

Alpar: Ok. Gibt es denn, also du glaubst, es gibt also überall, quasi in jedem Bereich einen der den Dreh heraushat? Oder gibt es auch Bereiche wo du sagst „Mensch, das Niveau ist noch ganz ok, da kann man schon noch einmal etwas versuchen“.

Kratz: Ja. Auf jeden Fall. Ich meine/

Alpar: Wie geht man ran um so etwas zu identifizieren?

Kratz: Gut, das übliche Nischenthema.

Alpar: Ja.

Kratz: Ich suche mir halt eine Nische. Oder aber/

Alpar: Die ich gut kenne und ich mag und so.

Kratz: Genau. Wo ich Leidenschaft dafür entwickele (…), die mir einfach Spaß macht und lasse daraus mein, meine Inhalte, mein Geschäftsmodell generieren. Oder ich mache halt ganz normal eine ordentliche Planung mit einem Ziel und dem ganzen Schnicki darum.

Alpar: Ok (lachend)

Kratz: Das ist so.

Alpar: (…) Ich behaupte, es ist deswegen Kuschelkurs, weil es die meisten eben nicht heraus haben.

Kratz: Mhm (bejahend).

Alpar: Was denkst du dazu?

Kratz: Ja

Alpar: jetzt nehmen wir mal an,

Kratz: (lacht)

Alpar: ich will einen Webshop starten,

Kratz: Ja.

Alpar: dann glaube ich, dann geht das halt mit 100.000 Euro. Ja? Also einen richtig guten, tollen Webshop mit eigenen Produkten und dies und das und jenes. Man muss ja auch, beim Webshop muss man ja auch relativ viel investieren, auch in Lager und trallala. Also 100.000 Euro ist natürlich nicht wenig Geld, um Himmels willen. Aber, wenn man es jetzt mal vergleicht damit dass man irgendwo einen Laden anmietet. Hier irgendwo in der beliebten Berliner Gegend, irgendwie wie Prenzlberg und dort irgendwie einen Laden aufmachen möchte, dann muss man sich erstmal mietmäßig binden, für irgendwie drei Jahre, sonst macht der Vermieter gar nichts. Dann sage ich mal, sind das alleine irgendwie schon mal 30 bis 50.000 Euro. Dann habe ich den Laden noch nicht eingerichtet, dann habe ich noch kein Personal bezahlt, dann kommt noch Strom dazu, dann Müll. Und dann muss ich auch ins Lager investieren, genauso wie eben online.
Und dagegen denke ich mir „Mensch, ja, online kann ich schnell mal auf, schnell mal zu, wenn es irgendwie nichts wird“. Aber im Vergleich zu offline, scheint mir das ja immer noch irgendwie einfacher, oder ist das meine sehr onlinelastige Welt der Dinge, wo du sagst „Nein, nein, das ist eigentlich ganz anders „.

Kratz: (…) Nein. Der Blick auf die Sache auf jeden Fall. Da, so gesehen ist es günstig im Internet aktiv zu sein. Klar. Günstig und weniger risikobehaftet. Gut, es tut in jedem Fall weh, wenn halt 100.000 Riesen weg sind, viele haben dieses Geld erst mal gar nicht, müssen einen Kredit dafür aufnehmen und so weiter und so fort. Auf der anderen Seite haben wir einen Paradigmenwechsel dahingehend, dass du wirklich hergehen musst. Klar, du hast im echten Leben Mieten und du hast Lagerhaltungskosten und weiß der Geier was. Auf der anderen Seite hast du im Internet Wettbewerber,

Alpar: Ja

Kratz: die diese Kohle, die sonst anderweitig ausgegeben wird, dann halt in Marketing stecken. Und da ist dann halt wirklich der Punkt, kann ich dort mithalten? Also was kostet mich ein Kunde? Was ist ein Kunde Wert. Und, wie viel muss ich mindestens für einen Kunden ausgeben, um nicht von meinen Mitbewerbern überrannt zu werden. Das sind ja komplett neue Sichtweisen mit denen man sich beschäftigen muss.

Alpar: Ja. Wie sieht es denn Social Media mäßig? Da gibt es ja meiner Meinung nach, also mein Gefühl ist es, ohne dass das mein Steckenpferd wäre, ist, dass sich die Welt da auch so ein bisschen aufteilt eben in so wie wir SEM, SEA unterscheiden von SEO. Das sich da eben auch so Welten teilen. Kannst du das irgendwie (…) teilst du die Einschätzung? Oder sagst du „Nein, nein, das ist Stuss, weil Facebook-Ads sind genauso wie eine Facebook-Page oder -Group irgendwie erfolgreich betreiben?

Kratz: (…) Da darf ich dann auch sagen, hab ich überhaupt

Alpar: Nicht deine Baustelle.

Kratz: hab ich gar keine Meinung dazu (lacht).

Alpar: Ok, arbeitest du mit Social Media? Oder mit welchen Teilen davon arbeitest du viel?

Kratz: Naja, Social Media (…) ich habe einen Twitter-Account, ich habe einen Googleplus-Account, ich habe einen Facebook-Account. Social Media ist für mich einfach ein Werkzeug um zu kommunizieren, das war es.

Alpar: Ok.

Kratz: Also ich mache da jetzt keinen Hype und keine Wissenschaft darum. Es sind einfache Werkzeuge im echten Leben. Es ist ein Werkzeug das benutze ich zur Kommunikation. Und ich pflege es, ich gehe sorgsam damit um. Das war es dann auch.

Alpar: Ok.

Kratz: Mehr brauche ich nicht.

Alpar: Machst du Sachen jenseits der deutschen Grenzen, beziehungsweise des deutschsprachigen Raums?

Kratz: Nein.

Alpar: Ok.

Kratz: Made in Germany, stay in Germany (lacht).

Alpar: Ok (lachend)

Kratz: Hört sich jetzt komisch an. Nein, (…) hier ist dieser Bereich für mich. Internationalisierung, das war wirklich mal interessant, für Hewlett Packard durch die Welt zu reisen und zu machen und zu tun, aber (…) ich bleibe auch gern im Ländle.

Alpar: Ja, um Himmels willen (lachend), ist ja nichts Schlimmes.

Kratz: Ja (lachend).

Alpar: War nur eine Frage und dann wäre die Frage gefolgt, was ist denn anders? Das war so mein Plan.

Kratz: Nein, also auch digital bleibe ich im Ländle.

Alpar: Ok. (…) Insbesondere, weil ich eben, in der Muttersprache fühlt man sich am wohlsten, da braucht man sich dann, oder es gibt genügend Opportunitäten hier, als das man nicht woanders schauen braucht. Muss man sich das so vorstellen?

Kratz: Du, (…) ich kann mal damit anfangen, es hier richtig zu machen.

Alpar: Ok, und dann

Kratz: Und dann kann ich immer noch ein Stück über die Grenze schauen.

Alpar: Genau. Du bist frisch umgesiedelt nach Berlin.

Kratz: Ja.

Alpar: Super, wie gefällt es denn?

Kratz: Ey, es ist wunder-, wunderschön hier, das ist wie Urlaub.

Alpar: (lacht)

Kratz: (lacht) Doch wirklich, wir haben ein tolles Häuschen gefunden, total liebe Nachbarn und es ist einfach nur toll hier.

Alpar: Ok. Was, ist vom Networking irgendwas anders als im Ländle?

Kratz: Ja. Auf jeden Fall.

Alpar: Ok. Was ist anders? Also die Menge der Leute oder die Art der Leute oder die Zusammensetzung?

Kratz: Die Menge der Leute natürlich. In Stuttgart ist es ein übersichtlicher Bereich. Irgendwie kennt man dann jeden, der Onlinemarketing-Stammtisch in Stuttgart der ist ja, der wir ja sehr, sehr gepflegt. Und es läuft komplett anders ab. Also die, bei uns Schwaben, also bei den Ex-Schwaben also, ach Gottchen ist das schwierig!

Alpar: (lacht) Ja.

Kratz: (lacht).

Alpar: Keine Sorge, kein Fettnäpfchen erwischt.

Kratz: Nein, es ist so, man macht einen Stammtisch, und zu diesem Stammtisch trägt, machen drei Leute einen Vortrag/

Alpar: DREI Vorträge?

Kratz: Ja, ja.

Alpar: WOW!

Kratz: Also/

Alpar: Das ist ja fast schon eine halbe Konferenz.

Kratz: Das ist eine halbe Konferenz. Nein, es soll ja auch etwas vermittelt werden. Und dann gibt es eine Agenda dazu und danach gibt es dann noch ein bisschen/

Alpar: WOW. Gibt es dann auch ein Protokoll oder so etwas?

Kratz: Ein Protokoll gibt es nicht, aber/

Alpar: (lacht) Weißt du so Protokoll und Aufgaben was bis zum nächsten Mal, Hausaufgaben gemacht werden soll und so?

Kratz: Naja, es wird schon geguckt, ok wer macht beim nächsten Mal die Vorträge et cetera. Und das habe ich hier in Berlin noch nicht erlebt. Da kommt auch eher so die belustigte Frage „Häh, ich brauche doch kein Vorträge um einen Stammtisch zu machen.“ Aber das ist da halt so Sinn und Zweck der Sache.

Alpar: Ok.

Kratz: Hier ist es dann mehr das lockere Klönen beim Bierchen, oder bei einem Wodka. (lacht) Oder bei einer Cola genau.

Alpar: Ok. (…) Woran meinst du liegt das? Das der Unterschied da ist? Also warum gibt es das hier nicht? Weil ich meine, das klingt ja nach keiner blöden Idee, sage ich mal so. Oder hast du einfach noch keinen gefunden, der Lust darauf hat?

Kratz: Keine Ahnung. Wir können es mal initiieren. Dann gibt es ein Onlinemarketing-Grillen mit zwei Vorträgen.

Alpar: Ja, ich muss mal lobend deinen Spruch erwähnen in der Einladungsmail „Alles unter 300 Gramm ist nur Aufschnitt“. Ich habe es gerade am Wochenende bei jemandem zitiert.

Kratz: (lacht)

Alpar: Das muss ich noch heute drüber lachen.

Kratz: Der ist nicht von mir.

Alpar: Prima Titel für eine E-Mail.

Kratz: Ja, ist aber nicht von mir.

Alpar: (lacht) Ok, ok. Einfach aufgegriffen.

Kratz: Mhm (bejahend)

Alpar: (…) Was sind deine Pläne hier? Wirst du von zuhause aus arbeiten, oder möchtest du mal wieder eine Firma machen irgendwann später? Also was macht der Karl in einem Jahr von jetzt? Oder ist das zu weit weg um darüber nachzudenken?

Kratz: (…) Ja.

Alpar: Ist zu weit weg ja, oder ja/

Kratz: Nein, also es gibt, es wird eine neue Firma geben mit einem neuen Produkt, an dem schon eine Weile gearbeitet wird. Und (…) werde ich jetzt hier aber noch nicht breit treten. Ansonsten werde ich nach wie vor im Onlinemarketingbereich sehr, sehr aktiv sein.

Alpar: Ok. Du hast ja einen Hang zu diesen EXTREM langen Artikeln, also sage ich jetzt mal für meine Verhältnisse. Also ich schaffe ja irgendwie, meine Artikel sind vielleicht hundert bis dreihundert Worte und deine sind ja tendenziell so gegen tausend, 1500, oder? Oder habe ich das schlecht eingeschätzt? Also zum Beispiel, du hast irgendwie zum OMCap deine komplette Präsentation mit Text dazu runtergeschrieben. Nicht draufgesprochen, also das heißt der Aufwand das wegzutippen, also du wirst nicht schneller tippen als ich. Insofern wird der Aufwand schon, sagen wir mal zwei, drei Stunden gewesen sein für so einen Blog-Artikel. Kann das sein? Oder? Also nimmst du dir immer zwei, drei Stunden Zeit für einen Blog-Artikel, oder (…) tippst du viel schneller, oder schätze ich das ganz falsch ein?

Kratz: Ich nehme mir keine Zeit für einen Blogartikel. Und ich gucke auch nicht auf die Wortanzahl. Also (…) ich möchte mir Zeit nehmen für die, die es nachher lesen.

Alpar: Ok. Das heißt eher in den Kommentaren ist die Arbeit drin, also da? Oder wie muss, oder eher in den Gesprächen die auf den Blogartikel folgen, da ist die Zeit drin. Also da wird Zeit/

Kratz: Nein. Es ist mir egal wie lange ein Artikel braucht.

Alpar: Ok.

Kratz: Also wenn ich an einem Artikel (…) drei Tage sitze, dann sitze ich halt drei Tage daran. Man sieht das dem Artikel nicht an. Ja, aber/

Alpar: Na doch. Meistens sind dann die, also entweder in der Länge oder indem wie sehr geschliffen die Gedanken sind. Es ist ja oft so, dass wenn man viel über irgendwas nachgedacht hat und mit wenig ausdrücken kann. Und so.

Kratz: Mhm, mhm (bejahend)

Alpar: So etwas gibt es ja durchaus.

Kratz: Ja, klar, natürlich wenn ich drei Tage an so einem Ding rumfeilen würde, dann (…) hätte das vielleicht eine andere Qualität als das was jetzt da steht. Ich meine/

Alpar: Um Himmels willen, das hat jetzt schon gigantische Qualität, deswegen frage ich ja. Also sehr ausführlich auf jeden Fall.

Kratz: Mhm, mhm (bejahend)

Alpar: Oder? Also jetzt in Relation zu anderen Blogs. Da kannst du auf jeden Fall objektiv sagen, (…) dass deine tendenziell einen Ticken länger sind. (…) Oder siehst du das gar nicht so? Habe ich /

Kratz: Die, also es ist wie im echten Leben, die Länge ist mir eigentlich wirklich egal (lachend). Nein, es ist so. Ich beurteile einen Artikel nicht nach Anzahl der Worte.

Alpar: Ja.

Kratz: Ich meine, es ist doch wichtig, was bringt es demjenigen, der seine Zeit investiert diesen Artikel zu lesen. Also gebe ich ihm etwas mit? Kann, es gibt von mir auch ganz, ganz kurze Artikel. Wo ich einfach nur sage „Ey, fixe Idee, vielleicht bringt es ja jemandem etwas“. Ja, also/

Alpar: Wie viel, wie kriegst du so Feedback zu deinem Blog? Kommt das meistens irgendwie dann im Nachhinein auf einer Veranstaltung, oder in den Kommentaren, oder rufen die Leute direkt durch?

Kratz: Wirklich gemischt. Also manche twittern mir, manche schreiben auf Facebook. Sehr viel Feedback sind auch social Signale, also wenn ich sehe, hey, ein Artikel wurde hundert mal retweeted, (…) dann scheint irgendwas ok daran gewesen zu sein. Wenn ich sehe, hier dachte ich, ich hätte eine ganz tolle Idee gehabt und wird dann/

Alpar: In den Kommentaren bricht der Krieg aus (lacht).

Kratz: Ja, da wird zehnmal ganz gequält retweeted, davon ist schon einer meiner, (lacht)

Alpar: (lacht)

Kratz: dann habe ich auch ein Feedback wo ich denke „Ah ja, ok, das interessiert den Rest der einen Scheiß“. Also so was lasse ich in Zukunft.

Alpar: Machst du dir Gedanken darüber, wie und ob social Suche im Allgemeinen verändern wird? Weil Suche hat ja zumindest mit zwei großen anderen Marketingkanälen zu tun?

Kratz: (…) Ja, mache ich. Es ist ja eine ganz tolle Bestrebung von Google zum Beispiel zu sagen „Wir möchten die Suche um die social Komponente erweitern“. Das ist aus meiner Sicht ein sehr, sehr hehres Ziel. Weil (…) mich interessiert nicht, was meine Umwelt sucht, weil (…) es ist jeder ein Individuum für sich selbst. Also weshalb soll meine Suchverhalten durch meine Umwelt beeinflusst werden?

Alpar: Na Umwelt im Sinne von schon Freundeskreis.

Kratz: Genau, richtig

Alpar: Also das wäre es im Idealfall.

Kratz: digitale Umwelt, genau.

Alpar: Naja, also ein Argument könnte sein, ich gebe mal einen wilden Tipp ab, von hundert Leuten in Deutschland kann, ist nur einer fähig Links zu setzen, was quasi eine Empfehlung wäre, aufgrund derer Google sein Algo baut. Aber es sind vielleicht fünf Leute fähig zu leiten oder zu plus einsen oder wie auch immer man es nennen möchte. Dadurch hätte ich quasi fünfmal mehr Informationen darüber wer was empfiehlt und alleine deswegen könnte ich zum Beispiel einen Algo besser bauen. Weil ich eben statt, also die fünffache Menge an Empfehlungsinformationen hätte.

Kratz: Mhm (verstehend)

Alpar: Also das wäre ja quasi EINE Möglichkeit wie man argumentieren kann, warum das die Suche besser machen KÖNNTE.

Kratz: Joa. Obwohl nur vom Interesse, vom Interessensumfeld von jemandem darauf zu schließen, was ihn im restlichen Leben emotional bewegt, da muss ich sagen, das ist noch ein weiter Weg.

Alpar: Ok. Naja, aber gut, aber das könnte, also das heißt das ist wahrscheinlich jetzt dann quasi in deinen Augen der Anfang von etwas, was irgendwann noch mal kommen kann.

Kratz: Das kann irgendwann kommen. Ich meine da sitzen ultraclevere Leute und eines Tages wird das wahrscheinlich auch kommen. Nur momentan ist es einfach noch zu unausgereift.

Alpar: Super, dann bin ich aus, Fragen leer. Und vielen, vielen Dank für das Interview.

Kratz: Ja, ebenso. Herzlichen Danke. Ciao!

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