Folge 22: Interview mit Mario Fischer


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Heute im Interview beim OMReport ist Mario Fischer aka der Website Booster.

Mario Fischer bei OMReport.de

Mario Fischer bei OMReport.de


Das Video findet ihr wie immer auch bei Youtube und bei iTunes. Weiterhin findet ihr im Post die Transkription zum Interview.

Alpar: So, heute beim OM-Report mit dem Professor Dr. Mario Fischer.

Fischer: Richtig.

Alpar: Yay. Sag mal, mir hat jemand gesagt, früher hattest du keinen Doktor, früher warst du nur Professor Fischer. Kann das sein?

Fischer: Nein, da wird nur manchmal halt der Titel nicht verwendet. Aber erst kommt der Doktor, dann kommt der Professor.

Alpar: Wollte gerade sagen, das kann ja gar nicht sein, das war ein Mythos. Oder war das auf irgendeinem Buch mal falsch gedruckt, dass die den vergessen haben oder irgendwo, dass das angefangen hat sich zu etablieren ohne Doktor?

Fischer: Nein, nein, nein, also einen Doktor hatte ich vorher, wie sich es richtig gehört, weil ohne kannst eigentlich normalerweise auch keine Professur. Gibt zwar Ausnahmen, aber in dem Bereich, wo wir sind, ist es eigentlich zwangsläufig Voraussetzung. Und das wird mal so, mal so, manchmal bin ich auch nur Doktor, manchmal nur Mario Fischer, das ist auch völlig in Ordnung.

Alpar: Bist auch nur ein Mensch.

Fischer: Richtig (lacht leise).

Alpar: Was sagst du denn zu der ganzen Bildungswelle im Bereich Online-Marketing und SEO? Du hast ja relativ früh angefangen quasi über diese wissenschaftliche Schiene das so zu puschen, aber jetzt gibt es ja mehrere Stränge, die versuchen … Also A gibt es gefühlt viel mehr Workshops, Seminare, Konferenzen, Leute, die richtige Pakete, Weiterbildungspakete schnüren. Was sagst du dazu? Oder woher kommt das, oder scheint das nur so, als würde das jetzt irgendwie mehr werden?

Fischer: Nein, ich glaube, das ist schon richtig, dass es mehr wird. Gut, kann natürlich auch sein, dass man jetzt erst offensiv nach außen geht, das was es schon immer gab, aber von meiner Kenntnis und von meinem Eindruck her denke ich, war das nicht so, früher. Das ist natürlich auch so, das ist ein Thema, das zieht, da kann man auch Geld mit verdienen, was ja nichts Anrüchiges ist. Und ich denke, da wird sich sicherlich noch mehr tun in dem Bereich. Und das ist natürlich auch gut, weil auch viele in den Unternehmen sagen, „Ich muss da irgendwie mal ein Update machen“ und du musst raus aus dem Unternehmen, das klappt ja auch immer nicht, zu sagen/

Alpar: Ihr macht jetzt auch Weiterbildungsangebote, von der Website-Boosting aus.

Fischer: Habe ich eigentlich …

Alpar: Du bist ja quasi auch aktiv davon betroffen.

Fischer: Ja, das habe ich aber eigentlich schon immer gemacht, dass wir seit fünf oder sechs Jahren auch dieses Seminar Website-Boosting, ich hatte es nur bisher auch mit anderen Trägern gemacht, weil wir uns selber uns nicht um die Organisation gekümmert haben und jetzt haben wir gesagt „Gut, organisieren wir jetzt selber.“ Aber das Seminar als solches, im Prinzip, gibt es eigentlich seit vier oder fünf Jahren schon. Immer wieder mal in Deutschland, überall.

Alpar: Und ich meine, wenn man in der Branche lange drin ist, wie du, müsste man doch langsam irgendwann den Eindruck bekommen, eigentlich es wiederholt sich ein bisschen, es kommt immer wieder das gleiche und so viel neues passiert nicht, ja? Also wenn man eigentlich sozusagen aus so einer Helikopter-Perspektive so ein bisschen guckt. Und dann – woher der Bedarf nach so viel Know-How, dass sich sozusagen dies ganzen Weiterbildungsangebote füllen lassen? Also ich habe zum Beispiel gestern bei der TactixX hatte der Kollege Markus Kellermann gezeigt im Prinzip von den letzten sechs Jahren wie sich da die Besucherzahlen entwickelt haben: Ein konstantes Wachstum! Also jedes Jahr 50, 70, 100 Leute mehr. Total geil. Und das ist ja ein Nischenthema, würde man denken, und trotzdem – und ich habe das Gefühl, bei allen Veranstaltungen ist es so, plus, es kommen neue Formate noch und nöcher.

Fischer: Ja, es ist auch mittlerweile schon so, dass man früher gesagt hat, man macht Online-Marketing und du hast dich auch um viel auch noch selber kümmern können und guck doch mal vor vier, fünf Jahren in Unternehmen, da hast du Adwords sozusagen noch mit dazu machen können. Und heute alleine, wenn du die ganzen Funktionen anschaust in Adwords und was man alles wissen muss, um das sauber zu bespielen und dass es nachher auch konvertiert, das ist eigentlich schon ein Vollzeitjob. Zu sagen, du kümmerst dich nur um die Updates, die jetzt in dem Adwords zum Beispiel kommen und verstehst es komplett richtig: Adwords ist ja im Prinzip heute auch schon so, was man vor ein paar Jahren noch quasi mit nebenbei machen konnte. Das ist heute eigentlich ein Vollzeitjob. A, das zu betreiben/

Alpar: Das heißt aus der Spezialisierung heraus, daher kommt der Bedarf nach mehr Weiterbildung.

Fischer: Ja, es kommen einfach immer mehr Funktionen mit dazu, es wird auch komplexer, ich meine, der Mitbewerberdruck wird natürlich höher und früher hat es halt gereicht, ein paar gute Keywords zu finden und die einigermaßen ein bisschen mit zu optimieren. Heute hängt sehr viel mehr dran, es gibt sehr viel mehr Optionen, die man machen kann. Und nicht nur, dass man sie benutzt, man muss sie auch verstehen, weil wie reagiert der Nutzer drauf, was läuft bei mir in welcher Branche. Ja, und das ist eigentlich schon ein Thema für sich, wo ich sage, da muss heute einer eigentlich schon, wenn er nur das macht/ oder, er kann nur das machen, wenn er wirklich top am Ball bleiben will. Und auch das Thema SEO oder Social Media im Prinzip, wir haben doch jeden Monat kommen neue Dinge dazu, auch neue Plattformen, wo man gucken muss und fragen: „Passt das bei mir ins Business? Kann ich damit irgendwie Traffic oder Conversions generieren?“ Also es wird schon sehr, sehr, sehr viel breiter muss man sagen.

Alpar: Und deswegen einfach der Hunger und der Bedarf nach irgendwie mehr/

Fischer: Das glaube ich auch, da haben wir zum einen natürlich, dass immer mehr Leute und immer mehr Firmen und Unternehmen dazukommen und sagen, „Ja, wir müssen jetzt online wirklich dann auch mal das in die Hand nehmen, mehr machen“ und damit kommen automatisch immer mehr Mitarbeiter, die sagen „Ich brauche da ein Update.“ Und da haben wir natürlich einen Riesenbedarf erst mal an Basics, ja, dass man sagt „Wie funktioniert sowas überhaupt?“, ne, und das ist ja nicht klar in unserer Szene, wo man sagt, „Joah, Backlinks, oder die Metatags, oder welche Texte, oder wie schreibe ich Texte“ wo wir sagen, das ist eigentlich schon lange ausgelutscht und das ist seit fünf Jahren bekannt und da kommt nichts neues dazu. Es gibt aber jede Menge Leute, für die es noch völlig neu ist und die das erst noch lernen müssen, das ist das eine. Und zum Zweiten, eben, die Spezialisierung in die eine oder andere Richtung und es ist, denke ich, auch notwendig in dem Bereich auch über den Tellerrand rauszugucken, ne, und nicht zu sagen „Ich schreibe jetzt nur den Content und der Rest geht mich nichts an“, oder „Ich bin der Techniker für das CMS und der Rest geht mich nichts an“, das wächst zusammen, die Leute müssen verstehen, was sie gegenseitig tun. Und da ist enormer Wissensaufbau noch notwendig. Was man ja sieht, wenn man ins Netz schaut.

Alpar: Also im Prinzip, es differenziert sich aus, es wird komplexer und kann man vielleicht noch als dritten Trend sagen, dass der Grund dafür ist, dass eben mehr Integration auch da ist? Also dass ein SEO auch über Conversion-Optimierung nachdenkt, oder, oder, oder? Oder ist das schon noch mehr so Disziplinen, die nebeneinander laufen? Weil vielleicht kommt ja also mehr dieses Bedürfnis nach/ Eigentlich kann ich das eine, was ich mache, sagen wir mal SEM, aber mein Infobedarf steigt, weil irgendwie ich mehr über Conversion-Optomierung nachdenken muss?

Fischer: Genau. Das ist ja das, was ich glaube ich 2005 oder was mit dem ersten Website-Boosting, das war ja hier der Anspruch zu sagen, „Ey, mach nicht nur das oder das oder das, sondern du musst immer die komplette Kette betrachten und schauen, was passiert da, und wie sieht es mit der Usability aus, mit der Call-to-Action, passen diese Dinge zusammen?“ Und ich glaube, auch da ist heute noch gerade in etwas größeren Firmen Nachholbedarf, weil man doch noch viel, will nicht sagen Schubladendenken, aber Schubladen-Zuständigkeiten-Haben. Da heißt es dann, „Das macht die Agentur“, die ist dann extern und, weiß nicht, Adwords macht noch eine andere Agentur, die ist extern, vielleicht hat man auch noch eine SEO-Agentur und dann Texte schreibt man entweder selber oder macht auch irgendwie jemand mit. Und es funktioniert wirklich nur, ich sage mal, das Thema Customer Journey, wenn du sagst, du hast wirklich begriffen, wie der Prozess läuft beim Kunden, wie er die Webseite sieht, was er haben will, was ihm hilft und das ist halt nicht einfach nur Design oder nur Technik oder, ja, weiß nicht, nur Key-Wording oder so, die müssen ineinandergreifen die Dinge. Und das ist schon verdammt komplex. Wenn man da reinwächst, wie viele von uns ja, nimmt man diese Neuerungen alle automatisch auf und kann sie immer einsortieren und du hast so ein schönes komplexes Bild. Aber jemand, der jetzt einsteigt, ja, ich sage mal das/

Alpar: Ist eigentlich ziemlich beängstigend, ne, der sagt, er fühlt sich erschlagen, wie der hier/

Fischer: Genau, genau. Und da ist eigentlich relativ viel schon nachzuholen dann, ne? Also die, ich glaube …

Alpar: Ich muss auch die Historie begreifen erst mal.

Fischer: Genau.

Alpar: Weil viele Sachen sind ja heute so, weil sie irgendwie mal früher irgendwas mal schiefgelaufen ist und dann wird das angepasst,

Fischer: Genau.

Alpar: Und eigentlich muss man immer diese Story der Geschichte auch nochmal dazunehmen.

Fischer: Ja. Das ist halt ein Unterschied, ob man sozusagen immer nur ein Update braucht von dem, was neu ist oder was es an neuen Dingen und Möglichkeiten gibt, oder, sondern, du musst erst mal überhaupt irgendeine Basis schaffen um das zu verstehen. Und da ist glaube ich schon, da ist ein riesen Bedarf noch da und ich glaube auch, das ist ein Wachstumshemmnis noch ist erster Güte, auch gerade in Deutschland, weil wir noch nicht genügend Leute haben, die da wirklich gut/

Alpar: Die Basis.

Fischer: /mit umgehen können.

Alpar: Okay. Wie muss man sich eigentlich dein … du bist ja super vielseitig, du bist irgendwie Professor, du bist Verleger, nee, Autor, Verleger, du bist in der Beratung tätig: Wie muss man sich, sagen wir mal, wenn du prozentual versuchen würdest, deine verschiedenen Aktivitätsbereiche sozusagen zu gewichten, kannst du das versuchen, ausdrücken und sich vorstellen, was denn Mario den Tag über wirklich macht? Also mir fällt es schwer.

Fischer: Ja, kann ich eigentlich auch gar nicht, ne, weil das alles/ Und das geht ja auch nur, weil alles thematisch ineinander greift. Und bestimmte Dinge, die neu da sind, wo man sagt, wie kann man es in den Hörsaal tragen, wie kann man Studenten Projekte machen in dem Bereich um denen auch aktuelle Dinge nahezubringen oder eben jetzt über die Zeitschrift: Findet man irgendjemanden, der etwas schreibt, oder schreibt man selber was damit und natürlich Beratung ist ja das gleiche. Ist eigentlich immer die gleiche Themen-Schiene, die zwar sehr komplex ist, aber der Content sozusagen wird einfach auf verschiedenen …

Alpar: Das verschwimmt.

Alpar: Es wäre schwierig zu sagen, was weiß ich was, 30 Prozent mache ich Beratung.

Fischer: Kann ich nicht, nein, unmöglich.

Alpar: Unmöglich.

Fischer: Und ich habe ja eigentlich, ja, wie soll ich sagen – es gibt ja bei mir irgendwie keinen Feierabend, ne, weißt du ja, das kennst du ja in der Online-Branche, da ist am Samstag, oder da kommt da ein Problem auf, vielleicht auch mal am Sonntag oder am Montagabend, oder so. Und man kann es … Also ich wäre da nicht in der Lage zu tracken und zu sagen „Da kommt nachts um 10 eine Studentenmail, die ich dann noch beantworte, oder wo ich irgendwas mache“. Das alles sauber zu trennen und zu sagen, das ist so viel Zeit, das ist so viel Zeit – ja, aber es funktioniert.

Alpar: Und die Beratung, die ihr macht, wie muss man sich die vorstellen? Ihr seid ja wahrscheinlich eher schon auf große Konzerne ausgerichtet, so von der Art der Firma her, oder?

Fischer: Nein, überhaupt nicht. Also wir haben natürlich schon auch große Konzerne mit als Kunden, die wir auch langfristig mit Beratung mitbetreuen. Aber wir haben auch kleinere Kunden, wo wir sagen, da wird dann bei uns/ Wir haben noch eine GmbH mit, die dann sozusagen das Doing macht, also das ist getrennt, Beratung und das Doing, die dann, weiß nicht, mithilft, Webseiten zu bauen oder auch Hand anzulegen bis dahin, dass zum Teil/

Alpar: Wie heißt die?

Fischer: Das ist das TMS-Institut, das Beratungsinstitut sozusagen, wo man dann eben nur diese Beratungen machen.

Alpar: Strategische Analysen und Beratungen.

Fischer: Solche Dinge, ne, und die TMS-Development GmbH, die macht dann Umsetzungen und hilft denen.

Alpar: Im Namensverband sind sie schon.

Fischer: Genau. Ja, ist eigentlich sehr nahe zusammen, der Laden. Aber da muss schon eine saubere Trennung sein, wenn wir ein Doing haben, ne, dann läuft das eben in der GmbH und da wird dann den Firmen halt da geholfen, wo sie es brauchen. Also wir haben also auch nicht die, sagen wir mal, die fertigen Produkte, wo man sagt jetzt, man dreht das Kundenproblem so hin, dass das dann passt, (lachend) das Produkt, sondern man guckt eigentlich – oft kommt es ja auch aus der Beratung raus, dass man sagt, da kann man unterstützen, oder da kann man den Kunden unterstützen oder da kann man dem Kunden auch helfen zur Selbsthilfe oder auch Dinge, wo der Kunde sagt „Kann ich nicht, ich habe keine Kapazität oder kein Know-How“, das wird halt dann da eben mit gemacht, unterstützend.

Alpar: Außer den eigenen beiden Firmen passiert ja eigentlich um dich herum immer auch unternehmerisches, weil aus deinen Ex-Studenten, die du, sagen wir mal, mit dem Thema mal so, ne, deren Intellekt kitzelst, da kommen ja durchaus auch einige Unternehmen zustande, oder habe ich das falsch wahrgenommen? Weißt du, wie viele du sozusagen initiiert hast, dadurch, dass du einfach den Studenten das Thema nähergebracht hast? Sind das irgendwie schon dutzende, oder was passiert da?

Fischer: Oh, das ist eine schwierige Frage. Also ein paar Firmen kenne ich natürlich und, ja, auch sehr intensiv, oder begleite auch da mit ein bisschen und helfe und unterstütze mit dabei. Ich habe aber auch viele Absolventen jetzt aus dem Schwerpunkt E-Commerce, die dann, weiß nicht, mal zwei, drei Jahre bei einer großen Firma waren und die dann raus gehen und sich dann selbstständig machen, Beratungen aufmachen, Firmen aufmachen. Und da läuft es eigentlich, was ich so mitkriege, überall hervorragend. Also ich habe eigentlich ja nicht mehr und nicht weniger vor die so ein bisschen hinzuheben auf so ein interessantes Thema und die haben dann da alle relativ schnell Blut geleckt.

Alpar: Daran kannst du zeigen, wie spannend das ist.

Fischer: Genau.

Alpar: Sieht man auch beim Jens: Ich meine, der ist natürlich jetzt nicht so ganz hart involviert, aber ich habe das Gefühl bei seinen Studenten kommen schon sehr viele zu ihm und auch sehr viele in anderen Unternehmen bleiben, in dem thematischen. Also die haben Spaß an dem Thema, entdecken das Thema durch jemanden,

Fischer: Genau.

Alpar: das bist in dem Fall dann du. Und dann entdecken sie den Spaß dran und einfach auch die Chancen, zeigst du wahrscheinlich eben auch auf und erklärst nicht nur, wie es funktioniert, sondern sagst auch „Ey, da gibt es noch …“

Fischer: Ja, aber das ist ja heute so. Das ist ja heute das Tolle, wenn heute jemand in dem Bereich eine gute Idee hat, kann er sich eigentlich mit relativ wenig Kapital, durch viel Arbeit und viel Schweiß, wenn man sich zusammentut kann man da was hochheben. Das geht ja in vielen anderen Branchen gar nicht mehr.

Alpar: Ist schwierig im Maschinenbau mal einfach so zu starten von der Uni weg.

Fischer: Genau, dann gründe mal schnell eine Fabrik (lachend) oder so, das geht natürlich alles nicht. Und zum Teil halt auch schon während dem Studium, das geht bei anderen Studiengängen auch nicht. Medizin, da kannst du auch nicht sagen, du operierst schon mal ein bisschen als Hobby nebenbei während dem Studium.

Alpar: (lacht)

Fischer: Oder Architektur.

Alpar: Mache eine Zahnarztpraxis auf nebenbei, im zweiten Semester.

Fischer: Genau. Und da haben wir dann schon relativ viele, die halt auch schon während dem Studium dann anfangen bisschen was zu machen oder Webseiten zu betreiben und denen das auch Spaß macht, weil halt/ Ich glaube auch ein wesentlicher Anreiz gegenüber anderen Branchen ist, man sieht relativ schnell, dass man was bewegen kann.

Alpar: Für die ungeduldige Generation ist das gut.

Fischer: Das geht ja manchmal in Stunden. Ja, und diesen Hebel, ne, den man da wirklich in Händen hat, wenn man da richtig zieht, oder an den richtigen Hebeln, da kommt unheimlich schnell Feedback. Das macht auch Spaß.

Alpar: Kannst du so ein bisschen ein paar von den Firmen aufzählen und was die machen? Oder sind jetzt quasi alle sind Onlinemarketing-Agenturen, davon ein Dutzend, oder hat schon jede der Firmen, die da entstanden ist, so ein bisschen eine eigene Ausrichtung und Spezialisierung? Oder machen die alle viele Projekte?

Fischer: Ja gut, hm, wäre jetzt ein bisschen schwierig, wenn ich jetzt mal einige Firmen, die mir da vielleicht im Kopf rumspuken, wenn ich die nennen und vergesse die anderen wieder, die vielleicht zu nennen/

Alpar: Kannst ja beispielhaft/

Fischer: Ja, also ich habe eine Firma, die sind vor zwei Jahren haben die gegründet und die haben jetzt heute, glaube ich, 18 Mitarbeiter schon.

Alpar: Wow.

Fischer: Ja, also da entstehen auch tatsächlich Arbeitsplätze, ne, und auch sichere Arbeitsplätze, die wachsen und wachsen.

Alpar: In welchem Bereich? Wo?

Fischer: Die machen in dem Bereich SEO-Optimierung, SEA natürlich auch mit, aber eben, wie ich es ihnen auch gelernt habe, Thema Usability und sozusagen nicht beim Kunden stehenbleiben und sagen „Ich schaufele dir die richtigen Kunden auf die Webseiten, sondern ich helfe dir auch noch und gucke mir das mit an, dass man da auch das Maximum noch mit rausholt.“

Alpar: Ist das dann nicht dann eigentlich eine Konkurrenz zu TMS, oder ist das irgendwie anders?

Fischer: Naja, machen ähnliche und gleiche Dinge, klar, aber der Markt ist so breit und so groß irgendwie – ich empfinde das überhaupt nicht, im Gegenteil, es befruchtet sich auch gegenseitig, ich habe auch zu allen ein supergutes Verhältnis und man spricht auch da offen miteinander und kommt auch mal abundzu/

Alpar: Nicht dass dann im Pitch drei Absolventen von dir stehen,

Fischer: Nein, überhaupt nicht, kommt/

Alpar: vor dem Kunden und sagen alle „Hier, wir waren beim Mario Fischer als USP.“

Fischer: Nein, also wir selber pitchen überhaupt nicht, weil wir sagen, die meisten, die zu uns kommen, die haben irgendwo ein Problem, die haben sich schon verbrannt mit der einen oder anderen SEO-Agentur. Das sind dann oft Aufräum-Agenturen und die kommen dann eigentlich schon auf Empfehlung. Wir machen ja auch kein Marketing, du findest von uns keine Adwords, keine Suchmaschinenoptimierten Seiten, gar nichts.

Alpar: DU bist das Marketing, DU bist das TMS-Marketing.

Fischer: Ja.

Alpar: DU bist Deutschland … eh.

Fischer: Und die kommen halt dann, weil sie ein bisschen anspruchsvoller oder/

Alpar: Wofür steht denn TMS?

Fischer: Oh, das ist historisch entstanden: Technik- und Marktstrategien.

Alpar: Wow!

Fischer: Als ich nach dem Studium mit Kollegen zusammen gegründet habe, gab es ja das Internet noch nicht so in der Form und wir hatten damals eigentlich auch in/ kommen ja aus dem Innovations-Management eher in dem Bereich so Beratung gemacht. Und ich glaube so, ha, jetzt müsste ich lügen, so 2000 … nein, ’95, ’96, ’97 sind wir da so langsam ein bisschen reingerutscht. Da waren so die ersten Dinge mit Fireball und ja? Und haben halt damals schon gesehen, „Hoppla, wenn man da ein paar Dinge macht, ja, da tut sich plötzlich was“. Ja und so sind wir da auch mit, oder bin ich auch mit reingewachsen, ne? Also war auch nichts so geplantes, war einfach ein spannendes Thema.

Alpar: Noch mal kurz: was hältst du davon, dass ich ein Buch mit-schreibe, was sozusagen vom Set-up her, also konzeptionell geht es in Richtung Website-Boosting.

Fischer: Ja, machen ja viele jetzt (lacht).

Alpar: Ja, das ist modern.

Fischer: Nee, freut mich, ja, ist doch gut. Also, ich sage mal so, solange ich von mir sagen kann, ich habe/

Alpar: Jetzt ganz ehrlich, ich habe das Thema überschätzt und äh unterschätzt und mich überschätzt in der Leistungsfähigkeit dieses Buch-Schreibens.

Fischer: Ja, okay.

Alpar: Also ich glaube, wir sind vom Aufwand über fast das Doppelte sozusagen von dem, was eigentlich geplant war.

Fischer: Das ging mir damals auch so, als ich die erste Version geschrieben habe, ich weiß noch, da ich habe lange mit dem Verlag diskutiert. Ich hatte so die Idee, Website-Boosting, ne, und da haben sie „Nee, das geht gar nicht, weil da kann sich keiner was drunter vorstellen, so ein englischer Titel und hm“. Und ich soll irgendwas … Ob ich nicht irgendwie, wir haben drei Monate diskutiert drüber und ich habe lange überlegt, ja, der Ansatz, ne, zu sagen „Du machst das in dieser ganzen Kette“. Es gibt kein Wort dafür, und dann irgendwie sowas zusammensetzen und sagen hier Suchmaschinenoptimierung und Pay-per-Click und Usability ist langweilig und ich habe dann Gott sei Dank damals drauf bestanden zu sagen „Nee, wir machen das jetzt einfach.“ Und …

Alpar: Du hast das ja so ein bisschen als deine Marke etabliert, das ist ja auch dein Blog und deine Zeitschrift und deine Seminare …

Fischer: Ja, war aber eigentlich auch nicht so geplant. Es war mir einfach immer mal ein Grundbedürfnis da in dem Bereich mal so ein Praxisbuch zu schreiben, ja? Und ein Verlag hat damals, die wollten glaube ich 700 Exemplare machen, weil Fachbücher gehen eigentlich nicht so gut, wie man immer denkt.

Alpar: Ja, das ist das Standardwerk der Branche.

Fischer: Ja. Und wir haben damals auch lange diskutiert, weil ich hatte ein bisschen Sorge, wenn wir dann anfangen und mit paar viralen Effekten, nicht, dass das nicht reicht. Weil ich hatte die Angst und sag so, jetzt machst du da ein bisschen Hype, dann kam damals auch noch der Stefan Keuchel von Google und wir haben da so ein Announcement gehabt in Nürnberg und in Würzburg wo das Buch dann praktisch vorgestellt wurde. Zusammengenommen mit ein paar anderen Themen. Und ich habe „Oh, und wenn es dann nicht verfügbar ist bei Amazon und so, dann ist das verraucht!“ Ne, so.

Alpar: Oh, boah …

Fischer: Genau, dann haben die damals glaube ich 1500 Bücher gemacht, haben die diskutiert, genau. Mittlerweile haben wir 35.000 verkauft und ist eines der meistverkauftesten Fachbücher überhaupt in dem Webbereich, ja.

Alpar: Es gibt keinen in der Branche, der es nicht hat. Meiner Meinung nach.

Fischer: Ja, gut. Aber wie gesagt, das war damals auch nicht geplant. Ich habe auch mit zwei-, 300 Seiten haben wir kalkuliert und ich habe dann geschrieben, geschrieben und geschrieben, dann waren es irgendwann 450 geworden und dann war natürlich das Thema, „Jetzt machen wir eine zweite Auflage.“ Und dann wollte ich eigentlich nur ein Update machen, und da kam so viel dazu, und da noch was und dann sind das plötzlich 800 geworden, ne. Das ist einfach , ja. Ging aber auch nur, muss ich ganz offen sagen, ich habe es ja nebenbei gemacht, weil ich einfach so viel Zeug im Kopf rumtrage, ständig, und rumgetragen habe, ich habe mich hingesetzt und habe dann zum Teil 20, 30, 40 Seiten runtergeschrieben. Ich weiß noch, als wir damals für die zweite Auflage sind wir in den Urlaub nach USA geflogen, da habe ich glaube ich im Flugzeug auf dem Laptop 40 Seiten geschrieben. Aus dem Kopf, einfach runter und daheim dann die Abbildungen mit dazu. Aber, das war glaube ich, auch das, sozusagen, dass so diese Linie und den Dialog mit dem Leser so zu führen hat sich halt im Nachhinein rausgestellt, dass das eigentlich mit ganz gut war, auch so bisschen eine Prise Humor. Wer mich kennt, weiß ja …

Alpar: Hey, die Wortspielchen. Wortspielchen-König!

Fischer: Kann ich nicht ohne, genau. Ja. Und ja dann ist das so durchgedonnert. Hätte aber keiner gedacht, Verlag nicht, niemand, ich auch nicht, weil, da hat ja jeder gesagt „Mit Fachbüchern kannst du auch kein Geld verdienen!“

Alpar: Und ganz ehrlich – das Magazin ist auch schon Branchenstandard. Das ist 10 Euro, super-billig, immer top Content, also meiner Meinung nach eigentlich fast zu billig.

Fischer: Du meinst, wir müssen die Preise erhöhen? 15 Euro?

Alpar: Ganz ehrlich? SO einen Inhalt SO günstig wegzugeben ist fast schade. Da muss erst mal/ die meisten Konferenzen kommen nicht mit, mit jeder Ausgabe. Muss man sich eigentlich/ also finde ich. Ja, wenn ich mal so stimmungsmachend das so sagen darf. Also ich bin großer Fan, muss jeder, meiner Meinung nach, jeder abonnieren. So eine große Leistung.

Fischer: Kannst du es noch mal sagen? (lacht)

Alpar: Die Leute können es einfach sich noch mal anhören, einfach zurückspulen, eine Minuten vorher, nochmal anhören.

Fischer: Ja, okay. (lacht) Geht mir runter wie Öl, ja.

Alpar: Nee, das ist wirklich so. Nee, also vielen Dank für das Interview.

Fischer: Ja, okay. Gerne.

Alpar: Super.

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